Der Aussichtsturm Tower of History, positioniert in Sault Ste Marie – Michigan, wurde 1968 als „Heiligtum der Missionare“ im Stile des Brutalismus erbaut. Dieser Baustil, sowie auch der Aussichtsturm, polarisieren durch seine massive Architektur und das hohe Aufkommen von Beton. Innerhalb dieses Projektes wird der brutalistische Turm durch Erosion aufgebrochen, wodurch das Innere zum Vorschein kommt. Amorphe Volumenskörper drängen sich vom Innenraum durch die entstandenen Hohlräume nach Außen und verankern sich in der Fassade.
In Form von Sanierungsarbeiten soll das Material Beton hervorgehoben und die bestehende, glatte Oberfläche aufgebrochen werden, um so die ursprüngliche Rauheit und Ehrlichkeit des Materials zum Ausdruck zu bringen. Das Gebäude ist der Verwitterung ausgesetzt, welche eine Zertrümmerung in Form von Klüften und Spalten erzeugt. Durch starke Windströme wird die nach außen geschlossene, undurchdringliche Oberfläche angegriffen, wodurch das Innere zum Vorschein kommt. Die dadurch entstanden Hohlräume laufen entlang der Windströme, welche mit der Zeit von der Natur eingenommen werden. Die Vegetation erstreckt sich über die poröse, raue Beschaffenheit und trägt dadurch dem Erscheinungsbild positiv bei.
Durch die aufbrechende Fassade und mangelndem Platz im Inneren des Turms, drängen sich so genannte amorphe Körper nach außen. Diese passen sich der rauen, transformierten Fassade an und verankern sich in dieser. Auch die Vegetation hält Einzug und haftet sowohl an der Fassade des Turms, als auch an den amorphen Körpern, auch betitelt als Schlummerzellen.
Die Erschließung im Inneren der Türme wird beibehalten, wobei sie sich in Form von Treppen und Rampen zwischen den Volumenskörpern durchwindet. Sowohl die Aussichtsplattformen, als auch die Schlummerzellen werden durch sie zugänglich.
Eine leicht eingefärbte ETFE Folie schafft im Inneren dieser Schlummerzellen eine interessante Atmosphäre, welche zugleich Blick nach Außen gewährleistet. Die Zellen bieten private Rückzugsmöglichkeiten für ein oder mehrere Personen. Die Formen gewährleisten Sitz- und Liegemöglichkeiten zum Verweilen und Entspannen.
Das Resultat ist ein brutalistisches Bauwerk, welches – innerhalb eines langen Zeitraums – durch Natureinflüsse transformiert wird und auf eine neue Art und Weise an Ästhetik gewinnt.