Das Konzept basiert auf die Recherche zur im Vorfeld durchgeführten Analyse der Stadt Schwaz (Tirol, Österreich), zum Thema Metabolismus. Das Thema Kreisläufe begrenzt sich auf regionale Abläufe, vor allem auf regionale Produkte und knüpft dadurch auch das Thema Landwirtschaft an. Erstere Erkenntnisse der Analyse ergeben, dass kaum Produkte für die Stadt selbst produziert werden; weder Fleisch noch Gemüse. In einem zweiten Schritt werden die Erkenntnisse in das Jahr 2040 interpretieren, mit dem Gedankenspiel eines autarken Schwaz. Die Idee dahinter ist, keine neuen Anbauflächen im klassischen Stil zu generieren, sondern im Sinne der Nachverdichtung bereits vorhandene Bereiche der Stadt umzunutzen und somit die Landwirtschaft in die Stadt zu holen. Der Entwurf dient als Pilotprojekt für dieses neue urban farming Konzept.
Der gewählte Bauplatz befindet sich an der Schnittstelle zwischen Industrie- und Wohnzone, somit passend für die Idee eines Co-Living Komplexes in Kombination mit einem Vertical Farming System.
Das vollautomatisierte Vertical Farming System, besteht aus verschiedenen Glaskörpern, in denen bewegliche Kästen, welche nach dem hydroponic-System aufgebaut sind, auf Schienen zirkulieren, um den Pflanzen eine gleichmäßige Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Im Kellergeschoss befindet sich die Infrastruktur des Systems, welche unterteilt ist in einen Aufzuchtbereich für Setzlinge, einen Erntebereich für die erntebereiten Produkte und einem Verteilersystem, welches die Bewohner über ein „intelligentes Kühlschranksystem“ beliefert. Dank des hohen Ertrags kann die fünf-fache Menge der Bewohneranzahl über das Jahr versorgt werden. Vorteile eines solchen geschlossenen Systems, sind vor allem die Unabhängigkeit von Wetter und Saison. Dies geschieht zudem ohne Zuführung chemischer Pestizide o.Ä.
Diese Art von System soll nicht in Konkurrenz zu der bestehenden Landwirtschaft stehen, es ist lediglich eine Reaktion auf die immer weiter wachsende Stadt, welche die Agrarfläche verdrängt.
Durch das rapide Wachstum der Bevölkerung und einer stei- genden Bevölkerungsdichte, tritt neben dem Rücktritt der Landwirtschaft auch eine Minimierung des Wohnraumes auf. Somit verringert sich der private Raum und der Mensch muss sich immer mehr Wohnraum teilen. Ein Beispiel dafür ist das Co-Living-Konzept, bei dem unterschieden wird, zwischen Gemeinschaftszonen und privaten Bereichen. In unserem Fall teilen sich die Bewohner Küchen, Ruhezonen, Waschräume und Wohnzimmer. In den privaten Bereichen befinden sich auf möglichst kleinen Raum ein Schlafbereich, Stauraum und eine Nasszelle. Durch diese Aufteilung von Wohnraum, tritt man automatisch in Kontakt mit seinen Mitmenschen und es ent- steht ein Gefühl von Gemeinschaft. Durch diese Wohnform kann eine Gemeinschaft generiert werden, welche generati- onsübergreifend ist.